Anzeichen für Blinddarmentzündung Auf diese Symptome sollten Sie achten

Darm von Elionas2 (CC0)
Darm von Elionas2 (CC0)

Wo liegt der Blinddarm eigentlich genau? Der Blinddarm befindet sich in der rechten Unterbauch und bildet das Ende des Dickdarms. Der Wurmfortsatz ist eine Ausstülpung aus dem Dickdarm, die keine Funktion für die Verdauung hat. Bei einer Blinddarmentzündung muss dieser Appendix in den meisten Fällen operativ entfernt werden. In unserem Beitrag zeigen wir, welche Symptome auf eine Blinddarmentzündung hindeuten und welche Behandlungsmaßnahmen in die Wege geleitet werden können.

Blinddarmentzündung: Ursache

Eine Appendizitis kann durch verschiedene Faktoren verursacht werden. Häufig liegt der Entzündung eine Verstopfung des Darms zugrunde. Medizinisch wird dies als Verlegung des Darmlumens bezeichnet. Der Dickdarm-Ausgang kann sich durch Die Anstauung von Kot sowie Knicke oder Narbenstränge verengen. Sammelt sich Kot an, befinden sich darin auch Bakterien, die dann die Entzündung des Wurmfortsatzes hervorrufen können.

Weitere aber seltenere Ursachen für eine Blinddarmentzündung können Tumore, Fremdkörper (z. B. Kirschkerne) oder ein Wurmbefall sein.

Eine Blinddarmentzündung kann außerdem als Begleitsymptom bei chronisch-entzündlichen-Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis Ulceros auftreten.

Blinddarmentzündung: Symptome

Die typischen Appendizitis-Symptome beginnen meist mit Schmerzen im Oberbauch oder um den Bauchnabel herum. Die Schmerzen werden als stechend oder ziehend beschrieben. Innerhalb weniger Stunden kommen dann noch weitere Symptome hinzu. Die Schmerzen wandern in der Akutphase in den rechten Unterbauch und verstärken sich dort. Besonders beim Gehen können sie sich intensivieren. Viele Betroffene haben Probleme das rechte Bein anzuheben und entwickeln so ein typisches Schonhinken. Eine oft genutzte Untersuchungsmethode zur Abklärung einer Appendizitis ist deshalb, Patienten hüpfen zu lassen und zu sehen, ob sie dies schmerzfrei durchführen können.

Weitere Anzeichen einer Blinddarmentzündung sind Fieber um die 39 Grad Celsius, erhöhter Puls und Nachtschweiß. Appetitlosigkeit, Erbrechen und Übelkeit zählen ebenso zu den typischen Symptomen.

Kinder, Schwangere und ältere Menschen zeigen bei einer Blinddarmentzündung häufig abweichende Symptome – deswegen wird bei ihnen die Diagnose oft erst verspätet gestellt. Kinder klagen meist über Schmerzen im gesamten Bauchraum und über starke Übelkeit. Bei älteren Menschen sind die Anzeichen einer Appendizitis wie Schmerzen und Erbrechen meist schwächer ausgeprägt. Fieber haben sie kaum.

Für Schwangere ist es besonders schwierig die Schmerzen zu lokalisieren. Aufgrund der Schwangerschaft wird der Wurmfortsatz aus dem Unterbauch in den rechten Ober- und Mittelbauch verdrängt. Die typischen Schmerzen treten dann an Orten auf, die für eine Blinddarmentzündung eher untypisch sind, wie zum Beispiel im Bereich des Rückens.

Blinddarmentzündung: Behandlung

In der Regel ist bei einer Blinddarmentzündung eine Operation notwendig. Eine gleichwertige Behandlungsalternative, die die Entzündung vollständig abheilen lässt, gibt es nicht. Neben einer klassischen Operation ist auch ein Eingriff mittels Laparoskopie möglich.

Bei der klassischen Operation wird der rechte Unterbauch mit einem fünf Zentimeter langen Schnitt geöffnet. Nun wird der Wurmfortsatz entfernt und die Wundränder werden vernäht. Bei dieser Technik kann eine Narbe am Unterbauch zurückbleiben.

Die Laparoskopie ist weniger invasiv als eine klassische Operation und wird auch als operative Bauchspiegelung oder Schlüssellochmethode bezeichnet. Bei der Laparoskopie gibt es keinen großen Schnitt, sondern nur drei sehr kleine Schnitte im Bauch. Durch einen der Schnitte wird das Laparoskop, an das eine Lichtquelle und eine Kamera angeschlossen sind, eingeführt. Die Kamera überträgt das Bild des Bauchraums auf einen Monitor, über den der Operateur sieht, wo er hin muss. Durch die anderen zwei Schnitte werden die Instrumente in den Bauchraum eingeführt, mit denen der Arzt den Wurmfortsatz abschneidet, herauszieht und die Wunde wieder vernäht.

Normalerweise muss man nach dem Eingriff für einige Tage im Krankenhaus bleiben. In dieser Zeit wird überwacht, ob der Darm nach der Blinddarmentzündung wieder seine normale Tätigkeit aufnimmt. Das Trinken ist in der Regel schon wenige Stunden nach der OP wieder erlaubt. Feste Nahrung sollte erst am nächsten Tag zugeführt werden.

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