Was tun bei Hämorrhoiden? Ursachen, Symptome & Behandlung

Toilettenpapier von congerdesign (CC0)
Toilettenpapier von congerdesign (CC0)

Hämorrhoiden gehören zu den Schwellkörpern im Enddarm und dichten im Zusammenspiel mit den Schließemuskeln den After ab. Für den Erhalt der Darmkontinez, also der Fähigkeit den Stuhl zurückzuhalten, spielen sie eine wichtige Rolle. Sind die Hämorrhoiden allerdings vergrößert, können sie Betroffenen Beschwerden bereiten. Man spricht dann von einem Hämorrhoidalleiden.

Gut zu wissen: Hämoriden, Hämorriden oder Hemoriden? Die korrekte Schreibweise lautet: Hämorrhoiden. Die Form Hämorriden ist ebenso richtig.

Hämorrhoiden: Ursache

Schätzungen zufolge leiden ca. 50 Prozent der über 50-jährigen an den Gefäßerweiterungen. Dabei kommen Hämorrhoiden bei Männern häufiger vor als bei Frauen. Hämorrhoiden bei Frauen treten vor allem in der Schwangerschaft auf – dann ist rund die Hälfte davon betroffen. Grundsätzlich ist die Ursache stets eine Erweiterung der arteriellen Gefäße des Hämorrhoidalpolsters. Vor allem Patienten mit Verstopfung neigen dazu, die Krankheit zu entwickeln.

Gut zu wissen: Ursachen für eine Verstopfung sind meist zu wenig Bewegung, ballaststoffarme Ernährung und zu wenig trinken.

Weitere Ursachen für Hämorrhoiden sind Faktoren, die den Blutabfluss aus dem Schwellkörper behindern. Dazu zählen Schwangerschaft, Fettleibigkeit und sitzende Tätigkeiten. Auch Personen mit einer Bindegewebsschwäche und Krampfadern haben ein erhöhtes Risiko.

Hämorrhoiden: Symptome

Man unterscheidet zunächst innere und äußere Hämorrhoiden. Die inneren entstehen durch erweiterte Arterien des ringförmig aufgehängten Gefäßpolsters, das innen an der Grenze zum Mastdarm liegt. Äußere Hämorrhoiden können leicht mit Thrombosen im Venensystem des Schließmuskels verwechselt werden.

Die Krankheit wird außerdem entsprechend ihres Ausmaßes in Schweregrade eingeteilt:

  • Grad 1: Das ist die mildeste und häufigste Form. Sie sind nicht tastbar und nur mit Hilfe einer Analkanalspiegelung zu erkennen.
  • Grad 2: Die Hämorrhoiden wölben sich beim Pressen nach außen und ziehen sich dann von alleine in den Analkanal zurück.
  • Grad 3: Sie wölben sich wie bei Grad 2 durch Pressen nach außen, lassen sich aber nur mithilfe der Finger zurückschieben.
  • Grad 4: Die Hämorrhoiden sind außen am After sichtbar und lassen sich nicht mehr in den Analkanal zurückschieben.

Die Beschwerden bei Hämorrhoiden sind vielfältig. Oft kann Blut im Stuhl das erste Anzeichen für ein Hämorrhoidalleiden sein. Die Farbe des Blutes ist hier entscheidend: Bei Hämorrhoiden am After ist es in der Regel hellrot. Bei dunklem Blut muss an eine andere Erkrankung des Darms gedacht werden, das dieses aus venösen Gefäßen kommt. Vor allem nach dem Stuhlgang kann es zu Blutungen kommen, wenn sich durch das Pressen vermehrt Blut in den Gefäßen ansammelt. Suchen Sie am besten einen Arzt auf und lassen Sie die Ursache abklären, wenn Sie dieses Symptom bei sich beobachten.

Weitere Hämorrhoiden-Anzeichen sind Juckreiz am Po, Brennen am After, Nässen und tastbare Vorwölbungen der Gefäßerweiterungen.

Therapie bei Hämorrhoiden

Was hilft gegen Hämorrhoiden? Diese Frage stellt sich Betroffenen direkt nach der Diagnose. Als Basistherapie gilt es auf bessere Ernährungsgewohnheiten zu achten. Viel trinken, ausreichend Bewegung und eine ballaststoffreiche und ausgewogene Ernährung können schon helfen. Darüber hinaus können Sie die Abheilung der Hämorrhoiden mit Mitteln aus der Apotheke unterstützen.

Hilfe aus der Apotheke: Hämorrhoiden

Gegen Hämorrhoiden werden meist schmerzlindernde Salben oder Zäpfchen verschrieben. Die verschiedenen Wirkstoffe wirken entzündungshemmend oder örtlich betäubend. Entzündungshemmend sind Salben mit Zink oder Hamamelis virginiana. Diese Heilpflanze kann auch weitere Beschwerden wie Hautreizung, Juckreiz und Brennen lindern. Lokalanästhetika wie Benzocain, Cinchocain, Lidocain und Quinisocain betäuben die betroffenen Stellen und wirken so schmerzlindernd.

Darüber hinaus kann Ihnen der Arzt ein kortisonhaltiges Präparat verordnen, welches das Immunsystem hemmt und damit die Entzündungsreaktion unterbindet. Solche Arzneimittel sollten jedoch nur kurzfristig angewendet werden, da die Haut dadurch dünner und verletzlicher werden kann.

Hämorrhoiden: Hausmittel

Ein bewährtes Hausmittel bei Hämorrhoiden sind Sitzbäder mit entzündungshemmenden Gerbstoffen wie zum Beispiel Eichenrinde. Das stoppt das Entzündungsgeschehen am After und hilft gegen Juckreiz und Schmerzen. Um es beim Sitzen angenehmer zu haben, kann auch auf ein Hämorrhoiden-Sitzkissen zurückgegriffen werden. So wird die betroffene Region entlastet und die Beschwerden werden gelindert.

Weitere Tipps bei Hämorrhoiden beziehen sich vor allem auf die Gewohnheiten beim Toilettengang. Da die Erkrankung oft durch zu starkes Pressen beim Stuhlgang verursacht wird, sollte man sich dafür ausreichend Zeit lassen und sich entspannen. Auch ein Hocker, auf den man während des Toilettengangs seine Füße stellt, kann hilfreich sein. Die gekrümmte Haltung unterstützt den Vorgang. Außerdem sollten Sie versuchen, Ihren Körper an feste Stuhlgangszeiten zu gewöhnen.

Operative Hämorrhoiden-Behandlung

Der häufigste operative Eingriff bei Hämorrhoiden ist die Gummibandligatur. Damit bindet man einzelnen Hämorrhoiden ab und trennt sie so vom Blutfluss. Sie werden nicht mehr mit Nährstoffen versorgt und das Gewebe stirbt ab. Vor allem Hämorrhoiden zweiten oder dritten Grades werden mit dieser Methode behandelt.

Eine weitere Behandlungsoption ist die Sklerosierung. Der Arzt verödet die Hämorrhoiden, indem er eine Flüssigkeit hinein spritzt. Diese Lösung (zum Beispiel Zinkchlorid) unterbindet den Blutfluss zu den Hämorrhoiden. Auf diese Weise bauen sie sich zu Bindegewebe um. Vor allem Patienten mit Hämorrhoiden ersten oder zweiten Grades erhalten diese Therapie.

Die letzte Option der operativen Hämorrhoiden-Behandlung ist die chirurgische Entfernung des betroffenen Gewebes. Man bezeichnet sie als Hämorrhoidektomie. Dieser Eingriff kommt vor allem für Patienten in Frage, die an Hämorrhoiden vierten Grades leiden oder bei denen andere Behandlungsversuche keine Wirkung gezeigt haben.

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